Nudeln aus Linsenmehl selber machen (glutenfrei und gesund)

C. Daniel Nudeln herstellen

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Linsen eignen sich hervorragend für glutenfreie Pasta, denn sie enthalten eine Menge Proteine, die das fehlende Gluten ersetzen.

Gluten ist eigentlich essenziell für Nudelteig, weil es ihm die Elastizität verleiht, die notwendig ist, um aus einer Teig-Kugel dünne Nudeln zu formen. Doch insbesondere mit roten Linsen ist die Herstellung von Bandnudeln möglich.

Noch dazu ist Linsenpasta gesund:

Sie hat einen hohen Gehalt an Ballaststoffen und enthält wichtige Mineralien wie Eisen, Zink, Folsäure und Magnesium, sowie einer Reihe von B-Vitaminen, nicht zu schweigen von den Antioxidantien…

Linsennudeln selber machen lohnt sich!

Was Du über selbst gemachte Linsennudeln wissen musst

Bevor Du loslegst, solltest Du Dir den folgenden Abschnitt durchlesen, in dem ich wichtige Fragen zur Herstellung beantworte.

Sind rote Linsennudeln schwer herzustellen?

Rote Linsennudeln sind schwieriger herzustellen als klassische Nudeln aus Weizenmehl. Das liegt daran, dass der Teig aufgrund des fehlenden Glutens nicht so elastisch wird und beim Ausrollen leicht reißt.

Man kann die Teigblätter zudem nicht so dünn ausrollen, typischerweise entstehen an ihren Rändern selbst bei guter Ausführung unschöne Fransen.

Zudem ist der Teig deutlich fester und schwerer zu kneten als normaler Nudelteig, dafür geht es aber auch schneller. Der Teig ohne Ei war bei mir nach ein paar Minuten schon fertig.

Erster Versuch mit roten Linsennudeln

Welche Nudelsorten kann man mit Linsenmehl formen?

Linsenteig eignet sich hauptsächlich für die Herstellung von einfachen Bandnudeln.

Andere Nudelsorten werden beim Formen einfach zu starken Kräften ausgesetzt, sodass der Teig reißt, bevor die Nudel geformt ist.

Insbesondere gefüllte Nudeln wir Ravioli und Tortellini sind mit Nudelteig aus roten Linsen undenkbar.

Kann man rote Linsen selbst mahlen?

Rote Linsen lassen sich entweder in einer Getreidemühle oder mit einem Thermomix mahlen.

Da ich kein TM besitze, habe ich es mit meinem einfachen Mixer ausprobiert, damit hat es leider nicht funktioniert.

Ich konnte jedoch in keinem Supermarkt Linsenmehl ausfindig machen, also habe ich mir dieses Mehl hier* über Amazon bestellt.

Sind Nudeln aus Linsen glutenfrei?

Nudeln, die aus 100 Prozent Linsenmehl bestehen, sind garantiert glutenfrei. Falls es sich um eine Mischung handelt, muss überprüft werden, ob die anderen Zutaten ebenfalls kein Gluten enthalten.

Linsennudeln selber machen in 10 einfache Schritten – So geht’s

Ich habe zwei verschiedene Nudelteige mit Linsenmehl ausprobiert:

  • Ein Nudelteig ohne Ei
  • Ein Nudelteig mit Ei
Links: Ohne Ei | rechts: Mit Ei

Der Teig ohne Ei hat (entgegen meiner Erwartung) besser funktioniert. Den Teig mit Ei habe ich leicht umgewandelt, nun sollte es auch damit problemlos klappen.

Für den veganen Linsenteig brauchst Du (4 Personen):

  • 500 g rotes Linsenmehl
  • 150 ml Wasser
  • 1 TL Olivenöl Extra Nativ
  • 1 TL Salz

Für den Linsenteig mit Ei brauchst Du (4 Personen):

  • 500 g rotes Linsenmehl
  • 120 ml Wasser
  • ein Ei
  • 1 TL Olivenöl Extra Nativ
  • 1 TL Salz

➤ Hinweis: Wenn Du noch mehr glutenfreie Rezepte entdecken möchtest, kannst Du die Anleitung für selbstgemachte Nudeln ohne Gluten lesen.

Dieses Zubehör habe ich bei der Zubereitung verwendet:

  • Eine Gabel (zum Mischen des Teigs)
  • Ein Küchenmesser (zum Schneiden der Nudeln)
  • Eine manuelle Nudelmaschine (alternativ ein Nudelholz, klappt für diesen Teig sogar besser)
  • Eine Sprühflasche* zum feinen Besprühen von Wasser (optional, um den Wassergehalt präzise anzupassen)

1. Forme auf der Arbeitsfläche eine Mehlmulde und gebe Salz in die Mitte

Der Boden der Mulde sollte 1 bis 2 cm dick sein.

Leere das Mehl auf die Arbeitsfläche und forme in der Mitte eine Mulde.

Achte darauf, dass die Mulde einen Mehlboden hat, der mindestens 1 cm dick ist.

Falls Du Salz im Nudelteig verwendest, kannst Du es jetzt über die Mulde zerstreuen.

Wenn Du eine Mischung aus verschiedenen Mehlsorten verwendest, kannst Du sie vor dem Ausleeren miteinander vermischen.

Falls das Mehl viele Klumpen enthält, empfiehlt es sich es einmal durchzusieben, damit wird der Teig später homogener.

2. Gebe die Flüssigkeit langsam dazu

Nun gibst Du die Flüssigkeit dazu, also das Wasser, Olivenöl und ggf. Eier.

Inkorporiere erst einen kleinen Teil des Wassers mit der Gabel (nächster Schritt) und füge dann in 2 oder 3 Wiederholungen den Rest hinzu.

3. Arbeite die Flüssigkeit mit der Gabel ein

Es ist nicht schlimm, wenn die Mehlwand bricht. Führe die Flüssigkeit mit der Gabel einfach wieder in die Mehlmasse.

Arbeite die Flüssigkeit mit der Gabel in das Mehl ein.

Streife dazu erst die Äußere-Mehlwand in die Mitte und inkorporiere zuletzt noch den Mehlboden.

4. Mische das gesamte Mehl unter, sodass eine bröselige Masse entsteht

Verwende zum Mischen die Hände oder einen Teigschaber

Vermische das gesamte Mehl mit den Händen oder einem Teigschaber.

Nun entsteht eine bröselige Masse.

5. Forme die bröselige Masse zu einem einheitlichen Teig-Klumpen

Aus der bröseligen Masse entsteht durch wiederholtes Zusammenpressen ein Teig-Klumpen

Presse die bröselige Masse zu einem Teig-Klumpen zusammen.

Falls die Masse bröselig bleibt, musst Du mehr Wasser hinzufügen.

Am besten kannst Du die Feuchtigkeit mit einer feinen Sprühflasche beeinflussen.

Dadurch maximierst Du die Oberfläche, die durch das Wasser befeuchtet wird, und reduzierst gleichzeitig die Menge an zugeführtem Wasser.

Falls Du keine Wassersprühflasche besitzt, muss Du die Flüssigkeit vorsichtig mit einem Glas dazugeben.

6. Knete den Teig etwa 5 Minuten

Übe beim Kneten nur so viel Druck aus, dass der Teig keine Risse bekommt.

Knete den Teig-Klumpen etwa 5 Minuten. Das erfordert etwas Gefühl, wenn Du zu viel Druck ausübst entstehen große Risse und der Teig fällt auseinander.

Um restliche Teig-Brösel besser einzuarbeiten, kannst Du die Kugel wieder mit Wasser fein besprühen.

Nicht alle Brösel können eingearbeitet werden, entferne trockene Mehlreste mit einem Teigschaber von der Arbeitsfläche.

7. Es entsteht eine Teig-Kugel

So sollte der Teig nach dem Kneten etwa aussehen

Am Ende entsteht eine feste Teig-Kugel.

8. Verpacke den Teig luftdicht in Frischhaltefolie und lasse ihn 30 Minuten ruhen

Der Teig braucht etwas Ruhe, damit die Struktur stabilisiert wird.

Verpacke den Teig unmittelbar nach dem Kneten und so luftdicht wie möglich in Frischhaltefolie und lasse ihn mindestens 30 Minuten bei Zimmertemperatur fern von Lichteinwirkung ruhen.

Wenn Luftkontakt besteht, trocknet der Teig an der Oberfläche schnell aus.

9. Rolle den Teig auf mindestens 2 mm aus

Dieses Teigblatt aus roten Linsen ist etwa 1,2 mm dick

Nach 30 Minuten kannst Du den Nudelteig ausrollen.

Ich habe es mit und ohne Nudelmaschine ausprobiert und es hat beides funktioniert.

Mit dem Nudelholz war das Resultat sogar besser, weil selbst die niedrigste Stufe meiner Nudelmaschine für diesen brüchigen Linsenteig nicht breit genug war.

Für das beste Ergebnis mit der Nudelmaschine solltest Du den Teig zuerst mit dem Nudelholz auf etwa 1 cm Dicke ausrollen.

10. Schneide die Teigblätter in 1 cm breite Streifen

Als Letztes scheidest Du einfach die Teigblätter in dünne Streifen.

Normalerweise falte ich den Teig zweimal damit es schneller geht, der Linsenteig könnte dabei aber leicht brechen.

Mit einer ruhigen Hand bekommst Du schöne, einheitliche Tagliatelle!

Selbst gemachte Linsennudeln kochen

Die frisch hergestellten Tagliatelle kannst Du direkt im Anschluss für 2 bis 3 Minuten kochen.

Wenn sie schon leicht angetrocknet sind, dann brauchen sie etwas länger.

Beim Kochen der Linsennudeln gilt es die gleichen Dinge zu beachten wie beim Kochen von normaler Pasta:

  • Verwende 1 Liter Wasser pro 100 g Nudeln
  • Verwende 1 TL Salz pro Liter Wasser
  • Verwende das Nudelwasser, um die Pasta-Soße zu verdicken
Getrocknete Linsennudeln im Aufbewahrungsglas

Selbst gemachte Linsennudeln aufbewahren

Du musst die Nudeln nicht sofort kochen, Du kannst sie auch erst trocknen und monatelang aufbewahren.

Falls die Nudeln schon gekocht sind, kannst Du sie im Kühlschrank etwa 3 bis 4 Tage lagern oder einfrieren und maximal 3 Monate aufbewahren.

Linsennudeln mit dem Pastamaker herstellen

Mit einem Pastamaker lassen sich Linsennudeln super einfach und ohne Aufwand herstellen.

Schon bald wird dazu ein Video auf meinem YouTube-Kanal erscheinen.

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