Selbst gemachte Nudeln kochen: Tipps und Garzeiten

Wer die Nudeln schon selbst gemacht hat will beim Kochen natürlich auch alles richtig machen. Dabei gilt es vor allem die Kochzeit zu beachten: Frische Nudeln kochen deutlich kürzer als getrocknete Nudeln.

Selbst gemachte Nudeln kocht man zwischen 2 und 5 Minuten, je nachdem wie dick die Nudeln sind. Ravioli und Tortellini müssen 5 bis 7 Minuten kochen, bis die Füllung durch ist. Pro 100 Gramm Nudeln rechnet man mit 1 Liter Wasser zum Kochen. Das Wasser erst zum kochen bringen, dann salzen und dann die Nudeln dazugeben.

Obwohl Nudeln zu kochen sicher nicht schwer ist, gibt es auch hier ein Paar nützliche Tricks, die wir den Italienern abgewinnen können. Das Wichtigste habe ich hier in 6 einfachen Schritten zusammengefasst.

Kochzeiten für selbst gemachte Nudeln (Tabelle mit Sorten)

Die Kochzeit von Nudeln hängt von vielen Faktoren ab:

  • Die Wassertemperatur
  • Die Dicke der Nudeln
  • Die Form der Nudeln
  • Die Form des Topfes
  • Die Zutaten des Teiges
  • und noch viele andere Faktoren…

Außerdem sind die Geschmäcker unterschiedlich, manche mögen die Nudeln bissfest (schmeckt ja auch besser!) und andere mögen sie lieber weicher…

Deshalb ist es nicht möglich Sekundengenau Kochzeiten zu geben. Als Orientierung kann es trotzdem hilfreich sein, wenn ich meine ungefähre Kochzeiten für ein Paar unterschiedliche Nudelsorten in einer kleinen Tabelle festhalte.

Nudelsorte TeigdickeKochzeit
Lasagneplatten1,0 mm1-2 Minuten
Spaghettini1,5 mm2-3 Minuten
Tagliatelle1,8 mm3-4 Minuten
Ravioli (mit Füllung2,0 mm5-7 Minuten
Wichtig: es handelt sich um frische Nudeln die deutlich kürzer kochen als getrocknete Nudeln.

Nudeln kochen wie in Italien (in 6 Schritten)

Dieser Topf ist etwas zu klein für die Nudelmenge

1. Das Wasser zum Kochen bringen

Als erstes müssen Wir das Wasser auf 100°C zum kochen bringen. Die Empfehlung ist für 100 Gramm Nudeln etwa 1 Liter Wasser zu nehmen. Für größere Mengen braucht man dafür einen hohen Pastatopf.

Das mag etwas viel klingen, doch es hat 2 gute Gründe:

  • Wer viele Nudeln mit zu wenig Wasser kocht läuft Gefahr, dass die Nudeln aneinander kleben. Der vermeintliche Trick, Olivenöl in das Wasser zu geben hilft übrigens überhaupt nicht (wie denn auch, wenn das Öl bloß an der Oberfläche schwimmt?)
  • Das Wasser muss durchgehend kochen während die Nudeln darin schwimmen. So sind die Nudeln schneller gar, bleiben nicht ewig im Wasser und werden nicht matschig. Doch die Nudeln haben eine eigene Temperatur und kühlen deshalb immer das Wasser beim hineingeben etwas ab. Je größer die Proportion von Wasser ist, desto weniger wird das Wasser abgekühlt und desto besser werden die Nudeln.

2. Das Wasser Salzen

Als zweites wird das Nudelwasser gesalzen. Auch hier geht der Italiener nicht sparsam vor, für 1 Liter Wasser darf ruhig eine kleine Faust voll Speisesalz in den Topf.

Das Salz kommt am besten erst in den Topf, nachdem das Wasser gut kocht. Warum genau ist mir bis heute nicht ganz klar aber es scheint überall so gängig zu sein. Einen großen Unterschied macht es wohl nicht.

Es kann nicht daran liegen, dass Salz den Siedepunkt erhöht, denn Salz erhöht den Siedepunkt von Wasser zwar, (Bei 30 Gramm Salz auf 1 Liter zwar nur um 0,5°C) es dauert dadurch aber nicht länger (sogar kürzer, wie es scheint).

Wenn das Wasser gesalzen ist, kurz warten bis es wieder richtig kocht. dann auf zum nächsten Schritt!

3. Die Nudeln im Wasser kochen

Als drittes werden die selbst gemachten Nudeln gekocht. Ich lasse meine Nudeln meistens nur 2 bis 3 Minuten kochen. Wenn sie zu lange kochen werden sie zu dick, vor allem wenn Salz im Teig enthalten ist.

Habe ich die Nudeln vorher getrocknet dürfen sie 5 bis 6 Minuten kochen. Frische Nudeln werden im Gegensatz zu getrockneten Nudeln übrigens nicht sehr bissfest.

Im Allgemeinen ist es besser (meine Meinung), die Nudeln eher kürzer als zu lange zu kochen. Meistens gebe ich die Nudeln nach dem Kochen noch in eine Pfanne oder Topf mit Soße. Darin Garen sie natürlich noch etwas weiter, das muss man bedenken.

4. Einen Schöpfer des kostbaren Nudelwassers aufheben

Falls es zu den Nudeln eine Soße gibt, dann lohnt es sich etwas Nudelwasser auszuschöpfen und unter die Soße zu mischen. Für die Italiener ist Nudelwasser eine kostbare Flüssigkeit. Es sorgt dafür, dass die Soße schön sämig wird und Verbessert die Konsistenz.

Die Konsistenz ist ja auch wichtig: Man hat einfach mehr von einer sämigeren Soße die ohne Probleme an den Nudeln haften bleibt.

5. Die Nudeln abschütten

Als nächstes müssen die Nudeln rechtzeitig abgeschüttet werden. Hierbei gibt eigentlich nicht viel zu beachten. Es ist allerdings recht verbreitet, die Nudeln mit kaltem Wasser abzuschrecken, damit sie schneller abkühlen. Das ist aber in Italien in den meisten Fällen ein Sünde.

Beim Abschrecken mit kaltem Wasser spült man die ganze stärke von der Nudeln und die Oberfläche wird glatt. Das ist wieder ein Problem, denn Soße haftet an glatten Oberflächen besonders schlecht! Da hilft auch keine besonders sämige Soße mehr, die wir und in Schritt 4 erarbeitet haben.

Nur bei einem Nudelsalat kann man eine Ausnahme machen und abschrecken. Da gibt es ja auch keine Soße sondern ein Dressing. Dafür dürfen die Nudeln ja außerdem kalt sein.

6. Die Nudeln gründlich mit der Soße vermischen

So sehen gut mit der Soße untergemischte Nudeln aus

Als letztes müssen die Nudeln nur noch serviert werden. Dazu gibt man nicht einfach die Nudeln auf einen Teller und leert die Soße drüber.

Wer schonmal im Restaurant gegessen hat, dem wird aufgefallen sein, dass stehst alle Nudeln vorkommen mit Soße getränkt sind. Das liegt daran, dass Italiener die Soße immer zeitgleich präparieren und die Nudeln anschließend in die Pfanne oder in den Topf mit der Soße kräftig vermischen.

So sind alle Nudeln gleichmäßig mit Soße bedeckt.

Man kann auch einen Teil der Soße vor dem Mischen umfüllen und separat auf den Tisch legen. So kann jeder Gast sich zusätzlich nach Belieben mit Soße versorgen.

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