Selbstgemachte Pasta: Mit Oder Ohne Ei (Was Ist Besser?)

Braune Eier in Mehlmulde

Es gibt zwei Sorten von Pasta: Selbstgemachte Pasta mit und ohne Ei. Der Unterschied liegt nicht nur im Geschmack, Eine Variante eignet sich meiner Meinung nach besser für Unerfahrene Pasta-Köche. Beide Rezepte haben individuelle Vor-und Nachteile auf die ich in diesem Beitrag eingehe.

Selbstgemachte Pasta mit Ei eignet sich für Anfänger da sich der Teig leichter verarbeiten lässt. Pasta Teig mit Ei wird verwendet für Bandnudeln oder gefüllte Pasta. Teig ohne Ei eignet sich gut für bissfeste Nudeln wie Spaghetti.

Wie Die Sorten sich geschmacklich unterscheiden, ob Pasta ohne Ei gesünder ist und welches Rezept das Original ist erfährst Du in diesem Beitrag.

Wie Unterscheiden Sich Die Rezepte?

Der Hauptunterschied zwischen Pasta mit-und Pasta ohne Ei ist natürlich das fehlende Ei. Dieses dient als Bindemittel für den Teig. Daher muss bei Pasta ohne Ei ein anderer Weg gefunden werden, um den Teig zu binden.

Deshalb wird bei Pasta ohne Ei meistens Hartweizenmehl benutzt. Hartweizen beinhaltet nämlich Gluten. Dieses Wort kommt aus dem lateinisch und bedeutet übersetzt “Leim”. Tatsächlich ist Gluten (auch Klebereiweiß) genannt ein gutes Bindemittel und somit ein geeigneter Ersatz für das Eiweiß aus dem Ei.

Fü beiden Pastasorten gibt es viele unterschiedliche Rezepte. Häufig wird mit verschieden Mehlsorten gearbeitet. Die Mengenangaben sind von Meister zu Chef unterschiedlich, manche benutzen Nur das Eigelb oder 3 statt 4 Löffel Olivenöl…

Die beiden Rezepte die Ich jetzt nenne dienen dazu die Hauptzutaten beider Varianten zu zeigen, Variationen sind natürlich ohne Probleme möglich.

Rezept Für Pasta Mit Ei.

Für Pasta mit Ei verwende ich meistens (Rezept für 4 Personen):

  • 400g Mehl (Typ 405)
  • 4 Eier
  • 1 El Olivenöl
  • eine kleine Prise Salz

Rezept Für Pasta Ohne Ei.

Für Pasta ohne Ei lautet mein Standart Rezept (wieder 4 Personen):

  • 300g Hartweizenmehl (Typ 00)
  • 1 EL Olivenöl
  • eine gute Prise Salz (optional)
  • 1TL Kurkuma (optional für die Farbe)
  • 90-100ml Wasser

Welches Rezept Für Welche Pastasorte?

Beide Rezepte haben unterschiedliche Kocheigenschaften und eignen sich somit für verschiedene Pastasorten.

Pastasorten Mit Ei:

Das Rezept für Pasta mit Ei eignet sich am besten für folgende Nudeln:

  • Tagliolini
  • Fettuccine
  • Tagliatelle
  • Pappardelle
  • Ravioli
  • Tortellini

Die ersten 4 sind Bandnudeln in verschiedenen Größen. Letztere sind gefüllte Nudeln.

Pastasorten Ohne Ei:

Das Rezept für Pasta ohne Ei eignet sich am besten für folgende Nudeln:

  • Spaghetti
  • Rigatoni
  • Penne
  • Fusilli

Diese Sorten werden gerne Al dente (bissfest) verzehrt. Der Teig ohne Ei ist dafür am besten geeignet.

Vorteile Von Pasta Mit Ei.

Selbstgemachte Pasta mit Ei bringt einige Vorteile mit sich. Es ist einfacher zu verarbeiten, hat eine schönere Farbe, schmeckt intensiver und die Zutaten sind leicht erhältlich.

Einfacher Zu Verarbeiten.

Beim Pasta selber machen gibt es drei Etappen: Das Kneten, Ausrollen und formen der Nudeln. Jede Etappe wird bei einem Teig mit Ei meiner Meinung nach vereinfacht.

Dadurch, dass Ei enthalten ist ist der Teig weicher und leichter zu formen. Das Kneten geht einfacher. Selbst wenn der Teig noch etwas rissig ist werden diese beim Ausrollen mit dem Nudelteig einfacher entfernt.

Die Konsistenz des Eis und das enthaltene Eiweiß ist meiner Meinung nach einfach das bessere Bindemittel und verzeiht oft einen nicht lange genug gekneteten Teig.

Schönere Farbe.

Das Eigelb im Nudelteig gibt den selbstgemachten Nudeln eine schöne gelbe Farbe. Das mag nicht unbedingt wichtig erscheinen. Allerdings bin ich der Meinung, dass wir den Geschmack unseres Essens auch danach beurteilen, wie es aussieht.

Wenn Du deine Nudeln also netten Gästen servierst werden Sie den Anblick schöner Eiernudeln garantiert wertschätzen.

Geschmacklicher Unterschied.

Wie zu erwarten unterscheiden sich beide Nudelsorten im Geschmack. Um den Unterschied zu verstehen ist es am besten beide Sorten selbst zu probieren. Für meinen Geschmack sind Eiernudeln aromatischer.

Deshalb esse ich sie manchmal gerne lediglich mit Salz und Pfeffer und gerne ein bisschen Parmesan. Aber das ist nur meine Vorliebe.

Zutaten Leicht Erhältlich.

Ein weiterer Vorteil von Eiernudeln ist die einfache Beschaffung der Zutaten. Mehl Typ 405 gibt es in jedem Supermarkt und die Eier (am besten frische Eier aus dem Bauernhof) natürlich auch.

Das gilt aber nur für das Standart-Rezept. Andere Zutaten können in Deutschland schwer zu finden sein.

Nachteile Von Pasta Mit Ei.

Auch Nachteile kann es für Pasta Teig mit Ei geben. Der Teig ist anfangs klebrig und eignet sich gar nicht für bissfeste Pasta. Ausserdem ist dieses Rezept nicht Vegan.

Teig Manchmal Klebrig.

Der Nudelteig mit Ei ist am Anfang sehr klebrig. Es ist wichtig es zu verarbeiten bis es nicht mehr an den Händen und der Arbeitsfläche klebt. Sonstfunktioniert das Ausrollen nicht richtig und reisst mit höherer Warscheinlichkeit.

Dieses Problem kann allerdings ganz einfach behoben indem man Mehl hinzufügt und den Teig weiter knetet.

Nicht Vegan.

Da im Teig Ei enthalten ist, ist dieses Rezept nicht für Veganer geeignet.

Deshalb ist es immer vorausschauend sich darüber zu informieren wenn man Gäste hat. Wenn einer deiner Gäste Vegan ist kannst Du entweder ein alternatives Gericht planen oder dich für Nudeln ohne Ei entscheiden.

Nicht Al Dente.

wenn Du eine Vorliebe für bissfeste Nudeln hast dann sind Nudeln mit Ei nicht die richtige Wahl. Der Teig ist einfach nicht dafür geeignet so kurz gekocht zu werden.

Das Resultat? Die Nudeln sind nicht bissfest sondern bleiben innen Roh.

Mehr Zucker.

Die Pasta mit Ei enthält tendenziell etwas mehr Zucker und ist somit zumindest in der Theorie weniger gesund.

Das liegt daran, das Eiernudeln länger gekocht werden. Dabei wird scheinbar ein Prozess in Gang gesetzt: Die Kohlenhydrate verwandeln sich in Zucker.

Vorteile Von Pasta Ohne Ei:

Auch Pasta ohne Ei bietet manche Vorteile. Diese Art von Nudeln ist prinzipiell gesünder, erreicht eine hervorragende Bissfestigkeit und ist für Veganer geeignet.

Mehr Vitamine Und Mineralstoffe.

Für Nudeln ohne Ei verwendet man Mehl aus Hartweizengrieß. Dieses Mehl ist grober. Das bedeutet, dass es weniger gemahlen wurde und mehr Getreideschale enthält.

Gröberes Mehl enthält deshalb mehr Mineralstoffe und Vitamine die darin enthalten sind. Ausserdem enthält Pasta ohne Ei tendenziell weniger Zucker. Das liegt daran, dass sie kürzer gekocht wird und demnach weniger Zeit hat zum “verkleistern” (Prozess bei dem Kohlenhydrate in Zucker umgewandelt werden; Einen wissenschaftlichen Begriff dazu kenne ich nicht).

Besser Für Bissfeste Nudeln.

Teig mit Hartweizenmehl ist optimal für Nudeln die gerne bissfest gegessen werden. Das liegt an der Körnigen Eigenschaft von Hartweizengrieß.

Für Veganer Geeignet.

Natürlich ist das Rezept ohne Ei für Veganer geeignet. Wenn Du Dir nicht sicher bist ob unter deinen Gästen Veganer sind kannst Du ohne Probleme diese Nudeln mit einer Veganer Soße kombinieren.

Nachteile von Pasta Ohne Ei:

Der größte Nachteil von Nudeln ohne Ei ist, dass Hartweizenmehl in Deutschland zumindest nicht in jedem Supermarkt erhältlich ist.

Langes Kneten.

Nach meiner Erfahrung muss ich den Teig ohne Ei immer etwas länger kneten als mit Ei. Ausserdem fühlt es sich anstrengender an da der Teig nicht so weich ist.

Die Konsistenz macht übrigens auch das Ausrollen des Nudelteigs problematisch. Einfacher wird es mit der Verwendung einer Nudelmaschine.

Zutat Schwer Erhältlich.

Hartweizenmehl ist in Deutschland nicht überall erhältlich.

Wenn Du einen Mixer besitzt kannst Du dieses Problem umgehen indem Du Hartzweizengrieß kaufst und selbst daraus Mehl herstellst.

Farbe Blasser.

Da kein Eigelb enthalten ist haben die Nudeln eine blassere Farbe und sind weniger aromatisch.

Auch dagegen gibt es aber eine gute Lösung. Zum Beispiel durch das Hinzufügen von Kurkuma.

Dieses Lebensmittel gibt der Pasta zusätzlich einen Geschmack und verleiht eine schöne, gelb-Orangene Farbe. Gerne unbedingt ausprobieren!

Originale Pasta: Mit Oder Ohne Ei?

Wenn es heisst: Pasta mit oder Ohne Ei stellt sich natürlicherweise die Frage, welches von beiden Rezepten das Original ist.

In Wahrheit haben beide Pasta Sorten ihren Platz und werden in Italien als “Pasta Secca” für trockene Nudeln und “Pasta Fresca” für Nudeln mit Ei bezeichnet.

Erstaunlicherweise wurde im Jahr 1547 das “Reinheitsgebot” im Namen der Zunft der Genueser Pastahersteller beschlossen. Demnach darf der Pasta Teig für die Pasta Secca nur aus Hartweizengrieß und Wasser bestehen. Dieses Gebot ist heute noch gültig.

In Italien wird hauptsächlich “Pasta Secca” (aber nicht nur) konsumiert.

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